Bsp.: Bestimmung der GKZ - aerobe mesophile Gesamtkeimzahl


Die Bestimmung der Gesamtkeimzahl erfasst in erster Linie die aeroben und fakultativ anaeroben, mesophilen Mikroorganismen einer Probe (Normvorgaben FIL/IDF-Standardmethode, ÖNORM EN ISO 707 / 2505). Mit der Labordatenbank können Sie die KBE berechnen und gleichzeitig überprüfen, ob die Vorgaben zur Berechnung erfüllt sind und das Ergebnis gültig ist.
In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, dass Platten mit je 1 - 300 KBE ausgewertet werden. Pro Verdünnungsstufe ist eine Platte vorhanden. Die Verdünnungsreihe besteht aus 3 Verdünnungsschritten zu je 1:10 Verdünnungen (V1, V2, V3).



Ein Ausschlußkriterium zur Berechnung vom Ergebnis (Mittelwert der KBE) ist, dass die eingetragene KBE-Anzahl der nächsthöheren Verdünnungsstufe geringer ist, als die der vorangegangen. Wenn jede ausgewertete Platte mindestens eine Kolonie aufweist.
In mathematischer Schreibweise sieht die Vorgabe wie folgend aus:

V0 >= 1V1 >= 1V0 < V1 = Ergebnis
280 >= 1400 >= 1280 < 400= 'ungültige VS'
280 >= 140 >= 1280 < 40= 345

Wenn keine Kolonien gezählt und der Wert 0 eingetragen wurde, dann wird als Ergebnis die minimale KBE-Anzahl, die der jeweiligen Verdünnungsstufe entspricht, mit vorgestelltem < angegeben.
Der Wert 0 gilt beispielsweise für V1:
V1 = 0, Ergebnis = < 10

Wurde die Obergrenze überschritten ein Wert größer als 299 ermittelt, wird als Ergebnis die KBE-Anzahl, die der jeweiligen Verdünnungsstufe entspricht, mit vorgestelltem > angegeben.
Ein Wert größer als 299 wurde z.B. für V1 ermittelt:
V1= 300, Ergebnis = > 3000

Wenn die Ausschlusskriterien nicht zutreffen, wird überprüft, welche Verdünnungsstufe mindestens eine KBE enthält und ob die nächsthöheren Verdünnungsstufen mindestens 10 KBE enthalten.
Es wird die erste Verdünnungsstufe der Verdünnungsreihe ermittelt, die einen Wert größer als 0 hat. Hier z.B. V0.
V0 > 0, V0 = 280

Alle nachfolgenden Verdünnungsstufen werden dahingehend geprüft, ob ein Wert größer oder gleich 10 eingetragen wurde.
V1 >= 10V2 >= 10V3 >= 10
V1 = 40, V2 = 8, V3 = 1

Über die Potenzfunktion wird für jede Verdünnungsstufe die entsprechende KBE berechnet. Dafür wird die Potenz zur Basis 10 mit dem der Verdünnungsstufe entsprechenden Exponenten ermittelt und mit dem eingetragenen KBE-Wert multipliziert.
V0 = V0 * 0-te Potenz von 10
V0 = 290 * 1 = 290

V1 = V1 * 1-te Potenz von 10
V1 = 40 * 10 = 400

Aus allen gültigen KBE-Werten wird der Mittelwert berechnet und als Ergebnis angegeben.
(V0 + V1 + V2 + V3) / 5 = Ergebnis

Da V2 und V3 nicht dem Kriterium „mindestens 10 KBE“ entsprechen, werden sie nicht in die Mittelwertberechnung miteinbezogen.
(V0 + V1) / 2 = Ergebnis
(290 + 400) / 2 = 345

Diese Komponenten der mathematischen Formelschreibweise werden mit der Labordatenbank Schreibweise kombiniert. In der Labordatenbank Schreibweise wird die Abkürzung des Parameters, dessen Wert für die Berechnung verwendet wird und die Nummer der Spalte, in der sich der jeweilige Messwert befindet, angegeben.

Ergebnis = ['gkz']['0']
V0 = ['gkz']['1']
V1 = ['gkz']['2']
V2 = ['gkz']['3']
V3 = ['gkz']['4']

Die Bedingungen für ein gültiges Ergebnis werden über eine Wenn-dann Abfrage mit den Berechnungen kombiniert. Die Wenn-dann Abfrage folgt dem Prinzip wenn(Bedingung, dann, sonst). Der Inhalt einer Abfrage wird durch wenn( ) gekennzeichnet und die Konsequenzen einer Bedingung durch , voneinander getrennt. Die Komponenten einer Abfrage oder ineinander verschachtelte Abfragen werden durch && (=und) bzw. || (=oder) sowie , (=neutrale Aneinanderreihung) aneinander gekoppelt. Jede Abfrage und Rechen-Funktion, die mit einer ( begonnen wurde, muss auch wieder mit ) geschlossen werden. Eine übergeordnete Wenn-dann Abfrage wird nach der ultimativen Konsequenz geschlossen. Eine, je nach Eintrag, variable Zahl oder Buchstabenfolge wird mit '' gekennzeichnet.

Somit ergeben sich folgende Formeln in der Labordatenbank Schreibweise:

Für die Überprüfung, ob die Ausschlusskriterien der ersten Bedingung zutreffen:
wenn( (m['gkz']['1'] >= 1 && m['gkz']['2'] >= 1 && m['gkz']['1'] < m['gkz']['2']) ||
(m['gkz']['2'] >= 1 && m['gkz']['3'] >= 1 && m['gkz']['2'] < m['gkz']['3']) ||
(m['gkz']['3'] >= 1 && m['gkz']['4'] >= 1 && m['gkz']['3'] < m['gkz']['4']),
'ungültige VS',
Das m steht für die Matrixschreibweise zur Verwendung der Parameterspalten.

Für die Ermittlung welcher Wert eingetragen wurde:
wenn( (m['gkz']['1'] == '' || m['gkz']['1'] === '0') &&
(m['gkz']['2'] == '' || m['gkz']['2'] === '0') &&
(m['gkz']['3'] == '' || m['gkz']['3'] === '0') &&
(m['gkz']['4'] == '' || m['gkz']['4'] === '0'),

Wenn 0 eingetragen wurde, wird das Ergebnis entsprechend angegeben:
wenn( m['gkz']['1'] === '0', '< 1',
wenn( m['gkz']['2'] === '0', '< 10',
wenn( m['gkz']['3'] === '0', '< 100',
wenn( m['gkz']['4'] === '0', '< 1000')))),

Dann wird überprüft ob die Obergrenze überschritten wurde:
wenn( (m['gkz']['1'] == '' || m['gkz']['1'] >= 300) &&
(m['gkz']['2'] == '' || m['gkz']['2'] >= 300) &&
(m['gkz']['3'] == '' || m['gkz']['3'] >= 300) &&
(m['gkz']['4'] == '' || m['gkz']['4'] >= 300),

Wenn ein Wert größer als 299 eingetragen wurde, wird das Ergebnis entsprechend angegeben.
wenn( m['gkz']['1'] >= 300, '> 300',
wenn( m['gkz']['2'] >= 300, '> 3000',
wenn( m['gkz']['3'] >= 300, '> 30000',
wenn( m['gkz']['4'] >= 300, '> 300000')))),

Wenn nicht, wird der Mittelwert von jenen Werten berechnet, die das Kriterium "mindestens 1 bzw. 10 KBE" erfüllen. Mittelwertberechnung und Potenzfunktion sind in diesem Beispiel aneinander gekoppelt. Basis und Exponent der jeweiligen Potenzberechnung werden mit potenz() gekennzeichnet, befinden sich innerhalb der Klammern und werden durch , voneinander getrennt. Die einem Mittelwert zugrunde liegenden Werte, werden mit der Funktion mittelwert( ) oder avg ( ) gekennzeichet und berechnet. Sie werden zwischen die Klammern gesetzt und durch , voneinander getrennt.

Da V0 die erste Verdünnungsstufe mit einem Wert größer als 0 ist, kommt folgende Formel zum Tragen:
wenn(m['gkz']['1'] > 0,
mittelwert(
m['gkz']['1']*potenz(10, 0),
wenn(m['gkz']['2'] >= 10, m['gkz']['2']*potenz(10, 1)),
wenn(m['gkz']['3'] >= 10, m['gkz']['3']*potenz(10, 2)),
wenn(m['gkz']['4'] >= 10, m['gkz']['4']*potenz(10, 3))),
Wenn eine alternative Verdünnungsstufe (V1, V2 oder V3) die erste mit einem Wert größer als 0 ist, kommt die dementsprechende Formel zur Anwendung. Siehe unten, Formel / Abbildung zum Formelfeld.

Die Formeln werden im Formelfeld jener Spalte hinterlegt, in der das Ergebnis aufscheinen soll.
Zur Maske für die Hinterlegung von Formeln gelangen Sie, indem Sie auf den blau geschriebenen Namen des Parameters, z.B. "gkz - aerobe mesophile Gesamtkeimzahl", klicken.



Weitere Details finden Sie unter Formeln bei Parametern hinterlegen.


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